Mias Blogadventkalender 2018 – Weihnachten und andere Monsta

Das 16. Türchen öffnet sich heute mit Anneliese.
Der letzte Satz von gestern von Anne:
„Sie formte mit den Händen einen Trichter vor dem Mund und rief in den dunklen Raum: „Hallo Herr Wunsch, Frau Hektik, Madame Sehnsucht, hört Ihr uns? “ Die anderen taten es ihr nach. Irgendwo hörten sie eine Tür knarren …“

„Auf die Frau Hektik kann ich gut verzichten“, murmelte Scrabbie sich in den nicht vorhandenen Bart, als alle plötzlich die Ohren spitzten. Durch das unheimliche Knarren der Tür war noch ein weiteres Geräusch zu vernehmen: ein unregelmäßiges Ticken. Tick… tack,tack…tiick, taaack. Wie eine Uhr, deren Energiequelle langsam versagt. Im Gegenlicht erblickten sie die Ursache.

„Oh nein, so hatte ich es nicht gemeint“, erschrak Scrabbie.
Sie sahen sich einer veränderten Frau Hektik gegenüber. Die Uhr in ihrem gläsernen Körper war derart verformt, dass sie dem bekannten Gemälde von Dali sehr ähnelte. Da konnten die Zeiger nicht mehr rund laufen.Wie in Zeitlupe kam Frau Hektik noch einige gequälte Schritte auf Monsta zu, der entsetzt  zurück wich, als die Sanduhr in der Taille einfach einknickte und auf den Boden sackte. Ihre Zeit war abgelaufen.
Noch leicht geschockt von dem Erlebten, sahen sie in dem Moment  wie durch einen DunstschleierFrau Sehnsucht im Türrahmen und hinter ihr ließen sich sogar die Schlabberohren von Herrn Wunsch erahnen.
Begeistert redeten plötzlich alle durcheinander, jeder wollte als erster seinen langgehegten Wunsch loswerden. Durch ihren eigenen Stimmentumult hörten sie die sanften Stimmen von Herrn Wunsch und Frau Sehnsucht, die sich miteinander zu unterhalten schienen, die Freunde aber offensichtlich gar nicht wahrnahmen.
„Na, wenigstens haben wir den Weg jetzt gefunden“, tröstete Mia. Sie hatte den Satz noch nicht ganz beendet, als sich alle mit einem lauten Plopp auf dem Hintern sitzend unter Monstas Küchentisch wiederfanden.
Roland tastete mit beiden Händen über den Untergrund: „Ups, keine Krümel?“ Erstaunt rieb er sich die Augen. Was war denn das? Ein kleines Etwas, das vom Fell her Monsta ähnelte, wuselte über den Boden und knabberte jetzt sogar an Scrabbies Ringelsocken.
„Aua, mein Zeh, lass das!“, kreischte sie. Monsta konnte sie beruhigen: „Das ist die Hausmaus Elvis von meinem Nachbarn, die hat wohl hier ein wenig – na ja – aufgeräumt.“
„Das nenn‘ ich Gast-Freundschaft“, ließ sich Roland vernehmen, und strich Monsta versöhnlich über den kleinen Fellbauch.
Wie sie sich alle in der Runde so unterm Tisch gegenübersahen, brachen sie in befreiendes Gelächter aus, bis Mia sie wieder auf den Boden – auf dem sie ja schon saßen – der Tatsachen zurück holte:
„Gelöst ist unser Problem aber immer noch nicht, ihr Lieben, wir haben sogar noch eins mehr: wieso haben Frau Sehnsucht und Herr Wunsch uns vorhin gar nicht bemerkt? Haben wir etwas falsch gemacht?“
„Merkwürdig, in der Tat…“, stimmte Roland zu, wobei er einen von Elvis übersehenen Krümel mit spitzem Zeigefinger aufpickte und angeekelt in die Ecke schnippte.

Morgen öffnet sich das neue Türchen mit Mo.