Im Büro geschieht Seltsames …

Also, wenn ich den Feierabend noch einmal um eine halbe Stunde hinausschiebe, um etwas absolut routiniert Langweiliges im Büro zu tun, dann kann ich sicher sein, dass zuhause irgendetwas wartet, das mit dem Buchstaben „M“ beginnt und mit „Arbeit“ endet. Die, ihr-wisst-schon-wer!
Das ist mega-gruselig und gibt mir am ersten Tag der Woche sehr zu denken, also beginne ich meine Kindergeschichte „Max und die rote Angst“ auszudrucken, denn den werde ich morgen dem ersten Probeleser übergeben! 😊
Das hebt meine Laune sofort um einiges und lässt mich diesen Text mit dem Anflug eines entspannten Grinsens runterschreiben.
„Na, geht doch!“, sagt Max, „auch, wenn ich auf dem Nachhauseweg keinen Bremer bekommen habe!“
„Seit wann magst du eigentlich Fisch?“, frage ich, obwohl ich die Antwort kenne.
„Na ja, ich habe gedacht, wenn du noch einen Bremer mit mir isst, dann bist du noch nicht zuhause und auch noch nicht so gruselig gelaunt.“
„Mmmh …“, grummel ich vor mich hin, schaue auf die Postkarte, die ich am Samstag geschickt bekommen habe, will gerade anfangen, sie laut zu lesen, als mich Max unterbricht: „Nicht laut lesen und erwachsen zitieren. Ich bin zwar Kind, aber nicht blöd. Ich verstehe den Witz.“
„Keinen Sinn für Humor zu haben ist nicht witzig!“, lese ich trotzig.
„Ja, ja, kapiert! Können wir heute bitte Roland und Scrabbie besuchen, bevor du wieder komisch wirst und nur noch „so-mies-mach-Laune-Texte“ schreibst?“
„Ja, machen wir. Lass mich noch eben deinen Text ausdrucken und meinen Kaffee trinken, dann gehen wir los!“
Max nickt und verzieht sich hinter sein Buch.