Don’t feed the trolls!

Er schaut mich vorwurfsvoll an und ich schaue weg. Weg von seinen leisen Tönen und seinem Feingefühl für das, was ich gerade links liegen lasse, weil ich mich abgeschnitten fühle und dem Berufsalltag, der wieder viel zu laut und mächtig geworden ist, zu viel Raum gebe.

Ein Abschnitt ist fast zu Ende gegangen. Das abschließende Ende steht noch aus und es gibt Tage, da fühlt es sich an, als sei es nie passiert, als hätte ich die letzten drei Jahre nicht in jeder freien Minute geschrieben. So viel und intensiv wie in den letzten drei Jahren habe ich bisher noch nie geschrieben. Und jetzt? Jetzt schaue ich weg, wenn er mich anschaut.

Er ist leise und da. Er ist nicht laut. Ich sehe ihn trotzdem, denn er ist meine gestaltgewordene Sehnsucht in grün und mit drei Buchstaben.

Er schaut mich an und lacht. Kein Vorwurf mehr in seinem Blick. Nur Wehmut. Das ist schlimmer, denn die erinnert an diese Momente der Freiheit, in der Worte aufs Papier flossen ohne Druck und Anspruch und auf der Suche nach der Geschichte, die gerade erzählt wwerden wollte. Einfach so: NaNoWriMo. Max und Roland und das Gefühl erzählen zu können und erzählen zu wollen.

Er schaut mich an und nickt. Ich nicke zurück und klappe das Laptop auf. Die Tastatur ist beleuchtet. Der Raum dunkel und eigentlich ist es schon zu spät, weil morgen wieder der Tag ruft und genau das ist jetzt egal, denn die Worte haben sich warmgeschrieben.
Sie wollen grün werden wie er und drei Buchstaben haben. Sie werden alle grün und seine drei Buchstaben, die sind verspielt und verlesen, vergnügt und verschmitzt, verträumt und vermessen, verrückt und verfressen, verflucht und *vertig*.

Er schaut mich an und strahlt. Wir setzen uns auf die Fensterbank und spielen „Elfer raus“ mit dem Mond. Das haben wir lange nicht mehr getan. Max, der Mond und ich.