Die Kraft
kehrt mit Worten
zurück – wenn ich schreibe, ist alles an seinem Platz …

Ich kenne nichts auf der Welt,
das eine solche Macht hat, wie das Wort.
Manchmal schreibe ich eines auf
und sehe es an,
bis es beginnt zu leuchten.


Emily Dickinson (1830-1886)
(Danke, Hedda, für dein Wortgeschenk!)

Ich beginne jeden Tag, vor dem Arbeitstag mit Morgenseiten, in denen ich all meine Gedanken an scheinbar so Wichtiges im Leben das erste Mal aufschreibe, um es dann dahinzustellen, wohin es gehört: aus dem Kopf und dem kommenden Tag heraus, hinein ins Regal „Gedankenmüll“ …

Heute im Angebot (Text aus dem letzten Jahr)

Frische Gedanken auf Sieben schneiden
Weißen Zucker darüber streuen
Vier Stück, bitte!
Alle Gedanken zusammen?
Ja, bitte zum Mitnehmen und weiter- und nachdenken!
Sind das alles Ihre?
Ich befürchte, ja!
Bitte packen Sie mir alle ein.
Ja, den auch, ich hänge an ihm.


Meine Kraft und Energie ist in der letzten Zeit in viele, absolut überflüssige, aber nicht immer vermeidbare Kämpfe gegangen. Ganz klar, auch mein Anspruch an mich und das, was ich wie in meinem Leben tue.
Das WIE ist entscheidend, noch immer und weiterhin. Das wird sich nicht ändern, zumindest in meinem Leben und dem, was mir am Herzen liegt.
In meinem Schreibseminar gestern, in dem sich fünf junge Frauen auf die Erfahrung „Kreatives Schrieben mit den Freedom Writers“ eingelassen habe, in einem SchreibRaum, der dazu eingeladen hat (Danke an die lieben Kolleg*innen des städt. Quartiertreffs Heide-Hombruch), ist eine sehr inspirierende und ansteckend offen wertschätzende Atmosphäre entstanden, die mir gezeigt hat, wie sehr der Schreibweg, den ich gehe, der ist, den ich gehen will.
In den letzten Wochen habe ich nicht nur schreibend eine Menge gewuppt. Das hat seine Spuren hinterlassen, kräftemäßig und ich freue mich jetzt schon auf meine Woche Urlaub im Oktober, in der es auch nach Berlin und auf jeden Fall ans Meer geht ….
Schreiben ist wie Medizin für mich, ist meine tägliche Dosis und wir können nicht ohne einander, wer kann das schon immer von Menschen sagen … 😊
Wenn ich schreibe, ist alles an seinem Platz, dann bin ich zuhause!

4 Gedanken zu „Die Kraft
kehrt mit Worten
zurück – wenn ich schreibe, ist alles an seinem Platz …

  1. Christiane

    Liebe Mia,
    mit und in dem Schreiben zu Hause sein. Alles ist an seinem Platz, auch das Schwere.
    Toll, dass die Freedom writers so angelaufen sind! Ja, wofür das Herz schlägt, nimmt andere leicht mit!
    Ich las gerade zum WIE, dass die Art und Weise die Ebene der Resonanz ist. Über die Worte wird etwas darüber Hinausweisendes mit transportiert. Das wirkt.
    Ich treffe Dich auf dem Schreibweg!
    Herzlich
    Christiane

    Antworten
  2. Anne Winckler

    Liebe Mia, liebe Christiane

    durch Eure Texte angeregt assoziiere ich: Ich bin dann mal weg – auf dem Schreibeweg. Von Morgen bis in die Vergangenheit, manchmal über einen Umweg durch die Gegenwart. Und wenn mich einer fragt, ob es ein bisschen mehr sein darf, dann sage ich gerne Ja! Unterwegs treffe ich die schreibende Raupe Nimmersatt. Soll ich meine Worte vor ihr in Sicherheit bringen? Nein, ich gebe gern, damit wir am Ende ihres Raupenlebens auf seidenleichten Wortkleidern davon fliegen können.

    Bin irgendwie innerlich immer noch ein wenig auf Reisen.
    Liebe Grüße
    Anne

    Antworten
  3. Ulrike

    Liebe Mia,

    mir gefällt dein Text aus deinen Morgenseiten vom letzten Jahr sehr gut – eine Bäckerei, in der aus Gedanken Worte gebacken werden, noch ofenfrisch, manche werden geschnitten (vielleicht zensiert), andere werden mitgenommen und erst später verzehrt, keine bleiben zurück. Eine Verwandlung von Gedanken in Worte, die einen nährt. Vielen Dank dafür!

    Es freut mich, dass du in deinem Schreibseminar so eine gute Erfahrung gemacht hast.
    Jetzt erst mal gute Erholung am Meer und bald ja auch in Berlin – und mit deiner täglichen Dosis Scheiben.

    Herzliche Grüße
    Ulrike

    Antworten

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