Die BilderBuchApotheke mit Max

Also, ich versuche jetzt mal die Sache mit der BilderBuchApotheke zu erklären. Die Erfinderin ist Angela Thamm und die Idee ist, dass es bald ganz viele davon überall geben wird: Bücherschränke, die selbst so aussehen wie ein Buch, enthalten eine besondere Auswahl an Büchern, die zu bestimmten Themen gelesen werden können.
Kinder in meinem Alter verstehen das ganz gut, ältere, wie mein 12jähriger Bruder Uwe brauchen dafür schon echt viel länger und Erwachsene meist eine kleine Ewigkeit. Ich finde lesen echt cool. Bücher gehören für mich jeden Tag dazu wie Fahrradfahren, Zähneputzen und Schokolade essen.

„Bücher sind für die Seele wie Pflaster für eine Wunde! Sie heilen und helfen!“, sagt Frau Specht immer. Frau Specht hat ihr Leben lang mit Büchern gearbeitet und dabei gemerkt, dass es Bücher gibt, die helfen, wenn ich z. B. traurig bin oder mich alleine fühle. Ich lese am liebsten Rico und Oskar, wenn ich mich alleine fühle, denn mit den beiden bin ich das nicht mehr. Bin ich traurig, verschwinde ich im Sherwood Forest und bleibe solange im Wald bei Robin Hood bis die Traurigkeit da im Wald verloren gegangen ist oder sich hoffnungslos verlaufen hat.
Frau Specht hatte immer Bücher dabei. Auch, als sie mich bei EDEKA getroffen hat, hatte sie eins für mich.

Max half Frau Specht beim Einpacken der Einkäufe und als sie ihn so ansah, fiel ihr das Buch ein, das sie mit den drei anderen heute Morgen in die Tasche gesteckt hatte. Sie hatte immer drei Bücher in der Tasche. Ein Bilderbuch. Einen Lyrikband und einen Taschenbuchroman. Sie konnte ja nie wissen, wo und wie lange sie warten musste und warten war viel angenehmer mit einem Buch. Und natürlich wusste sie nie, wem sie begegnete.
„Na, welche Bücher hast du denn heute mit?“, hatte sie ihre Kollegin morgens im Büro der Stadtbücherei immer gefragt. Ganz oft waren es Bücher, die zu dem folgenden Tag passten und für irgendjemanden an diesem Tag genau richtig waren. Frau Specht glaubte daran, dass sich die Bücher die Menschen suchten und deshalb half sie da gerne ein wenig nach.
Da sie wusste, dass Max gerne las, hatte sie ihm das neue Buch von Andreas Steinhöfel aus ihrer Tasche mitgegeben. An seiner Reaktion, den strahlenden Augen, hatte sie ablesen können, wie richtig sie damit lag. Und Kakao trank er genauso gerne wie sie.
Erst war sie sich nicht sicher gewesen, ob sie zu weit gegangen war, mit ihrer spontanen Frage, die sie plötzlich auf der Zunge hatte, ob er in Büchern träumen könne. Schließlich war das eine Suppenfrage. So nannte Sean Connery in seiner Rolle als Schriftsteller in „Finding Forrester“ Fragen, die ihm zu persönlich erschienen.
Doch sie konnte sich immer auf ihr Bauchgefühl verlassen und das hatte sie nicht im Stich gelassen. So hatten Max und sie den ersten Kakao zusammen getrunken.
Das daraus mal ein echtes Buch werden könnte, hätte sie nicht für möglich gehalten. Aber so ist das mit Büchern.

3 Gedanken zu „Die BilderBuchApotheke mit Max

  1. Ulrike

    Lieber Max, liebe Mia,
    eure BilderBuchApotheke ist wirklich eine schöne Idee! Mit dem richtigen Buch als Seelenpflaster und einer heißen Tasse Kakao kommt die Sonne auch am grauste Tag zum Vorschein.
    Liebe Lesegrüße
    Ulrike

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  2. anne winckler

    Lieber Max,
    ich finde das ganz toll, dass Du nun auch unter die Blogger gegangen bist. Auch als Erwachsene können mich Bücher trösten. Mit ihnen fliehe ich manchmal aus dem trüben Alltagseinerlei. Sie sind so ein bisschen was wie fliegende Teppiche – verstehst Du was ich meine?
    Herzliche Grüße
    Anne

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