Der Mann im Mond VIII – letzter Teil

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Doch sein Schrei verklang ungehört in dem alten Zeitmuster, das jetzt völlig aus der Bahn geriet und durch ein neues, frisches ersetzt wurde. Dafür sorgte sie.
Der Mond im Mond stolperte daher auch rücklings über den Mond, der durch die verdammt vielen Flüche ins Rollen geraten war. Der Mann im Mond versuchte noch auszuweichen, wurde dann aber von dem Mond überrollt und unter ihm begraben. Das bekam dem Mond ziemlich gut, denn er erstrahlte so hell wie noch niemals zuvor.
„Ich habe einen Job für Sie!“, sagte sie zu ihm, der mit weit offenem Mund dastand, immer noch die Laterne in der Hand.
Kein Wort kam über seine Lippen und sie zweifelte schon, ob sie das Richtige getan hatte, als er seine Worte wiederfand. „Was muss ich tun?“, fragte er.
„Machen Sie die Scheißlaterne wieder an!“, sagte sie und fragte sich nicht zum ersten Mal, ob sie das nicht doch besser selber getan hätte.
„Ich hätte da noch eine Frage!“, sagte er.
„Eine. Nur eine gewähre ich Ihnen. Bekomme ich danach keine zufriedenstellende Antwort ist der Job weg, also?“ Sie hörte seine Frage, bevor er sie aussprach und gab ihm die Antwort, die er hören wollte: „Ja, Kaffee und Käsebrot, so viel Sie wollen!“ Er lachte und sagte: „Scheiße, ist das gut!“
Dann öffnete er vorsichtig die kleine Glastür an der Laterne und zündete den Docht nur mit seinen Gedanken an. Er konnte das. Da war sie wieder, diese Gewissheit.
Ja, er war jetzt der Mann im Mond und vielleicht war er es schon immer gewesen, nur hatte er es am Tag der letzten Jahrzehnte seines Lebens vergessen.

Die Nacht hatte die Gewissheit zurückgebracht und wieder einmal einen guten Job gemacht, wie seit Anbeginn der Zeit.

3 Gedanken zu „Der Mann im Mond VIII – letzter Teil

  1. Anne Winckler

    Liebe Sabine
    So, so die Dame ist also die Nacht! Das gefällt mir und dass der neue Mann im Mond die Laterne mit seinen Gedanken anzünden kann, das gefällt mir auch. Na ja und Kaffe und Käsebrot all you can eat and drink, das ist das Tüpfelchen auf dem i.
    Welchen Käse hättest Du am nächsten Wochenende gern auf dem Brot?
    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Sabine Hinterberger

      Liebe Anne,
      ja, die Ahnung, dass es die Nacht werden wird, war nicht von Anfang an vorhanden, hat sich beim Schreiben so entwickelt, ich bin ihr einfach gefolgt. …
      Ach ja, Goudakäse wäre wunderbar! 😉
      Bis Freitag,
      liebe Grüße,
      Sabine

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  2. Ulrike

    Liebe Sabine,
    was für ein spannendes und überraschendes Finale! Ein Neuanfang für den Mann in der Krise, der nun wieder der Mann im Mond werden will. Dass die Frau die Nacht ist, finde ich sehr poetisch. Die „Wiedergeburt“ des Mannes passt gut zum Mond selbst, der (zumindest von der Erde aus gesehen) auch eine ständigen Wandlung durchmacht und seine Existenz sich in Zyklen einteilt. So beginnt auch für den neuen Mann im Mond ein neuer Lebensabschnitt. Finde es aber auch super, dass er seinem Kaffee und Käsebrot treu bleibt. Habe jetzt richtig Appetit auf Käse (Leerdammer) bekommen. 😉
    Vielen Dank für diese wunderbare Geschichte!
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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