Der Mann im Mond VII

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Und da stand er, der Mann im Mond. An seiner Seite eine Frau, die er nicht kannte. Wie er beide in der Nacht nur an ihren Umrissen erkennen konnte, wusste er nicht, aber wieder war da diese neue sich seltsam anfühlende Gewissheit.
„Du hast das Licht gelöscht und daher kannst auch nur du es wieder anzünden!“, sagte der Mann im Mond, ohne näher zu kommen. Und obwohl er noch ein paar Meter von ihm entfernt stand, konnte er ihn hören, als würde er direkt neben ihm stehen.
„Wie soll ich das? Die Laterne gehört mir nicht; es ist deine!“, antwortete er und hielt die Laterne hoch.
„Jetzt nicht mehr. Du hast das Licht gelöscht, die Muster der Zeit für immer verändert und jetzt bist du an der Reihe.“ Der Mann im Mond lachte leise. „Ich bin jetzt quasi im Vorruhestand!“
Die Frau neben ihm stöhnte laut. „Du ruinierst auch jeden noch so schicksalhaften Moment auf dieser Erde, der bis zu dem Moment, wo du den Mund aufmachst, einer mit korrektem Zeitmuster hätte werden können!“ Sie boxte ihn unsanft in die Seite. „Los, dein Part! Mach was draus, sonst übernehme ich und Frau im Mond wird die Welt geschweige denn die Muster der Zeit momentan noch hoffnungslos überfordern!“
„Ist das eine Drohung?“, fragte der Mann im Mond und rieb sich seinen schmerzenden Arm.

„Könntet ihr mal zur Abwechslung MIT mir reden? Wenn nicht lasse ich diese Scheißlampe fallen!“ Er ging einen Schritt auf sie beide zu.
Scheiße zu sagen, war ein bisheriges No-Go für ihn. Dieses Wort kam in seinem Leben am Tag selten bis gar nicht über seine Lippen, aber hier im Schutz der Dunkelheit ging ihm dieses Wort gleich viel leichter über die Lippen, als gedacht. Er grinste und fluchte weiter vor sich hin. Jedes Wort, das er aussprach, veränderte ihn, schmeckte nach Freiheit, nach Mut und nach Kraft und nach Leben. Lebendig, ja, so lebendig hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Er wurde lauter und gefährlicher. Na ja, so fühlte er sich zumindest mit der Laterne in der Hand, die eigentlich dem Mann im Mond gehörte, der immer noch keine Anstalten gemacht hatte, seine Lampe zu retten.

„Na super, jetzt mutiert das Käsebrot hier vor unseren Augen zum Batman für Arme und du bist wieder einmal nicht in der Lage deine Laterne und den Mond zu retten!“
„Lass mich nur machen!“, sagte der Mann im Mond und wunderte sich noch, wie leise seine Stimme klang, als er begriff, was sie tat.
„NEIN!“, schrie er.

3 Gedanken zu „Der Mann im Mond VII

  1. Ulrike

    Liebe Sabine,
    jetzt kommt es zum Showdown zwischen dem Mann, der Frau und dem Mann im Mond. Die Laterne scheint mir ein Symbol der Selbstbestimmung zu sein, die Fähigkeit, das Licht zu löschen und anzuzünden eine Selbstermächtigung.
    Nur dass der Mann noch zögerlich ist, ob er für eine so große Veränderung bereit ist. Während er seine Heldenrolle noch mit Flüchen übt, scheint mir, dass die Frau mehr Mut hat und zur Tat schreitet…
    Bin gespannt, wie es weitergeht.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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  2. Anne Winckler

    Liebe Sabine,
    Du machst es aber wirklich spannend. Was geht da ab zwischen der Frau neben dem Mann im Mond und dem Mann im Mond. Ist der Mann im Mond froh in den Vorruhestand zu gehen und der Frau gefällt das nicht, weil er damit die Macht über die Nacht abgibt? Und sie traut sich noch nicht wirklich, ebenso nicht wie der Erdenmann, Aber natürlich beide aus unterschiedlichen Gründen. Sie, weil sie die Zeit für die Besetzung der Stelle mit einer Frau noch nicht für reif hält, er , weil er als Erdenmann Schiss vor der neuen Aufgabe hat. Eigentlich sind alle Fragen weiter offen. Aber das Käsebrot spielt weiter eine Rolle. Das ist gut.
    Liebe Grüße
    Anne

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  3. sabine Beitragsautor

    Liebe Anne, ja, was da zwischen denen abgeht, das habe ich mich auch oft gefragt, ich bin ihnen schreibend gefolgt, das Käsebrot war da eine wichtige Konstante für die Nachtschreiberin und der Kaffee natürlich…
    Liebe Grüße,
    Sabine

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