Archiv der Kategorie: Aufgelesen

Wie erinnern wir uns?

Bild: Tanja Graumann

Eine kleine Notiz im IKZ von gestern. Heute, Sonntag, auf den Tag genau, ein Jahr ist es her, dass ein 30jähriger Mann aus Ghana im Seilersee verunglückte und ertrank, weil er, ohne Rücksicht auf sein Nicht-Schwimmen-Können einen Jungen retten wollte, der beim Tretbootfahren ins Wasser gefallen war.
Bis hierher. Heute. Sonntagnachmittag. 17:00 Uhr. Die Parkplätze am Seilersee sind rappelvoll. Weiterlesen

Such dir eine neues Aschenputtel, der dein Schuh passt – Ich bin raus!“

Ich habe gerade ein paar neue Schuhe gekauft, für einen besonderen Anlass, mehr wird noch nicht verraten. Diese Schuhe habe ich mir selbst ausgesucht. Ihre Farbe. Ihre Form und ihre Aufschrift. Und dann gibt es da diese anderen Schuhe. Schuhe, die uns dahingestellt werden und die wir gewohnt sind anzuziehen. Und damit meine ich nicht die, die wir morgens anziehen, wenn wir in unseren Tag gehen. Weiterlesen

Worte machen Leute

Foto: Spruch des Tages
Freitagabend in Iserlohn. Mia hatte sich gerade zum Wochenendbeginn ihren Lieblingsdöner mit einer obligatorischen Flasche Vitamalz geholt und war auf dem Rückweg zum Südengraben.
Ein älterer, grauhaariger, schlaksiger Typ mit einer noch verschlossenen Flasche Bier in der linken Hand kommt vom Alten Rathausplatz über die Straße und quatscht sie unvermittelt an:

Man sieht keine Deutschen mehr in der Stadt!“
Man sieht auch keine Vitamalz-Flaschen mehr in der Stadt!“, antwortet Mia und geht weiter.
Aber du hast doch eine in der Hand.“, sagt er.
Mia dreht sich herum: „Ja, ist wie mit den Deutschen in der Stadt!
Er winkt ab und trollt sich mit seiner Flasche Bier.

Herzkopfstand


Herzkopfstand
Eine junge Frau, ich nenne sie Lisa, bekam dieses Holzstück zur Gestaltung, obwohl ihr an diesem Morgen gar nicht danach ist, etwas Künstlerisches zu schaffen. Ihr Herz ist schwer und fühlt sich taub an.
Wie soll sie das ausdrücken, was sie bewegt. Will sie sich zeigen?
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Buch cover "Wenn mein Mond deine Sonne wäre", von Anderas Steinhöfel, Carlsen Verlag

Seltsam wie die Zeit (nicht) und ganz anders vergeht

Foto: Buchcover, Wenn mein Mond deine Sonne wäre, Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag

Wie es dazu kam, dass die Zeit bei der Nachtschreiberin um eine Woche schneller lief, bleibt ein Rätsel. Böse Zungen würden vielleicht von „kann-nicht-gut-rechnen“ oder „Tagesmüdigkeit“ reden.
Natürlich ist es das alles nicht. Weiterlesen