Archiv des Autors: Sonja Sternitzke

Erlösung durch Käsekuchen?

Kein Schreibcafé –    P A U S E N F Ü L L E R ‚Für einen guten Käsekuchen wird man geheiratet!‘, krächzte die Kröte. Sie streckte ihre muskulösen Froschschenkel durch und reckte sich, bis sie den Knopf an der Musikanlage erreichte. Weiterlesen

Lyrikzeit

Lausche der Stimme der Nacht.
Sie flüstert dir Worte zu,
die du am Tag nicht hören kannst.
Elvira von Ostheim


Lausche der Stimme der Nacht.
Schließ die Augen und schmecke die Sehnsucht,
sie flüstert dir Worte zu,
lass sie perlen über deine Haut und nimm die in dich auf,
die du am Tag nicht hören kannst.
Denn die Nacht ist anders als der Tag.

Mit dem Glockenschlag

Wie gebannt schaue ich hinauf. Der Himmel ist schwarz. Trotzdem finde ich keinen Stern, der ihn verziert. Ich warte. Warum höre ich es nicht? Ich schiebe meinen Pulliärmel ein Stück hoch, vergleiche die Zeit mit der alten Kirchturmuhr. O.O3 Uhr. Warum läutet die Glocke keine volle Stunde? Weiterlesen

Tanz auf dem See

Die Räder der Zeitungskarre blockierten. Einige Meter zog Raffa den Wagen mit den beiden großen blauen Plastiktaschen noch hinter sich her, bis es ihm zu mühsam war. Er seufzte resigniert. Der Tag fing ja super an. Normalerweise mochte er seinen Job als Zeitungsjunge. Es gab ein paar Euros auf die Hand und …er war fast für sich. Er liebte die Nacht. Und er liebte den Übergang zum Tag, der fast immer genau dann erwachte, wenn er seine Zeitung in den Briefkasten von Familie Serdar in der Müllenbachstr. 23 eingeworfen hatte. Es war bald magisch. Irgendwie begann er seine Runde nie ganz genau zur gleichen Zeit, aber … immer erwachte der Tag dann, wenn er der Nr. 23 den Rücken gekehrt hatte. Weiterlesen

Felsen der Nacht

Das Nachtsegel blähte sich auf. Alban stand reglos auf dem Felsen und blickte ins Dunkel. Hatte er richtig gesehen? Gerade eben noch war da ein Vogel gewesen, größer als er bisher Vögel gesehen hatte. Schillernd in einem pflaumenblau, wie der Himmel bei drohendem Unwetter. Dann war er verschwunden. Ins Nichts. Unter das Nachtsegel, das sich erst aufgebläht und dann über die Welt gelegt hatte. Er, der Nachtvogel sah so vollkommen aus, dass Alban sich ganz klein vorkam. Weiterlesen