Archiv des Autors: sabine

Don’t feed the trolls!

Er schaut mich vorwurfsvoll an und ich schaue weg. Weg von seinen leisen Tönen und seinem Feingefühl für das, was ich gerade links liegen lasse, weil ich mich abgeschnitten fühle und dem Berufsalltag, der wieder viel zu laut und mächtig geworden ist, zu viel Raum gebe.

Ein Abschnitt ist fast zu Ende gegangen. Das abschließende Ende steht noch aus und es gibt Tage, da fühlt es sich an, als sei es nie passiert, als hätte ich die letzten drei Jahre nicht in jeder freien Minute geschrieben. So viel und intensiv wie in den letzten drei Jahren habe ich bisher noch nie geschrieben. Und jetzt? Jetzt schaue ich weg, wenn er mich anschaut.

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Blogparade Geschafft!

Geschafft!
Hier hat #bks13 zur 1. Blogparade zum Thema Geschafft! aufgerufen. Die Blogparade startet am 1. Februar und endet am 24. Februar 2019.
Eingeladen sind alle, die Lust haben, zum Thema Geschafft! zu schreiben. Einschränkungen gibt es keine. Bitte tragt den Link zu eurem Beitrag auf der oben genannten Startseite als Kommentar ein. Dann wissen alle, wo es weitergeht.
Das schafft ihr

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„Der ist doch nicht ganz richtig!“

„Der ist doch nicht ganz richtig!“, flüsterten sie hinter seinem Rücken und tippten dabei mit einem Finger an ihren Kopf. Entweder an die Stirn oder rechts oder links an die Schläfe. Sie meinten alle das Eine. Niemand musste ihm das sagen, das spürte er auch so. Das hatte er schon immer gespürt, wenn er unter Menschen war. Er fühlte sich nicht wohl mit ihnen und sie sich nicht mit ihm. Er mied sie soweit es ging und es ihm möglich war. Und sie taten es ihm gleich. Sie hänselten ihn nicht einmal mehr, denn das würde bedeuten, sie würden ihn als einen der ihren erkennen. Das taten sie längst nicht mehr. Er gehörte nicht zu ihnen und deshalb war er Luft für sie. So bewegte er sich unsichtbar unter ihnen. Er, der nicht war wie sie, lebte ungesehen, unerhört zwischen ihnen.

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Mias Blogadventkalender-Geschichte 2018

Monsta und ich möchten uns an dieser Stelle von Herzen bei euch allen, – Anne, Anneliese, Christiane, Claudia, Hedda, Jürgen, Liena Berin, Michaela, Mia, Mo, Monsta, Renate, Sonja, Ulrike, Urs (in alphabetischer Reihenfolge!) – bedanken, die ihr diese wunderschöne und tägliche Fortsetzungsgeschichte möglich gemacht habt.

In einer solchen Runde gemeinsam zu schreiben, lässt mich jeden Morgen mit einem Grinsen im Gesicht aufstehen. Bevor der Tag losgeht, bekommt mein erster Kaffee so einen schönen entspannten Moment Ruhe zwischen den Zeilen dazu.

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Mias Blogadventkalender 2018 – Weihnachten und andere Monsta

Das 16. Türchen öffnet sich heute mit Anneliese.
Der letzte Satz von gestern von Anne:
„Sie formte mit den Händen einen Trichter vor dem Mund und rief in den dunklen Raum: „Hallo Herr Wunsch, Frau Hektik, Madame Sehnsucht, hört Ihr uns? “ Die anderen taten es ihr nach. Irgendwo hörten sie eine Tür knarren …“

„Auf die Frau Hektik kann ich gut verzichten“, murmelte Scrabbie sich in den nicht vorhandenen Bart, als alle plötzlich die Ohren spitzten. Durch das unheimliche Knarren der Tür war noch ein weiteres Geräusch zu vernehmen: ein unregelmäßiges Ticken. Tick… tack,tack…tiick, taaack. Wie eine Uhr, deren Energiequelle langsam versagt. Im Gegenlicht erblickten sie die Ursache.

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Mias Blogadventkalender 2018 – Weihnachten und andere Monsta

Das 13. Türchen öffnet sich heute mit Jürgen.
Der letzte Satz von gestern von Anneliese:
„Der  Wunschpunsch soll euch nicht nur wärmen, sondern auch zur Erfüllung vieler Wünsche in unserer nicht so heilen Welt beitragen. Und ihr seid aufgerufen, daran mitzuwirken. Also, an die Arbeit!“

„An die Arbeit“, zischte Monsta leise durch seine fünf Zähne, den letzten Satz von Roland nachäffend.

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Mias Blogadventkalender 2018 – Weihnachten und andere Monsta

Das 12. Türchen öffnet sich heute mit Anneliese!
Was bisher geschah, hier in einer PDf-Datei.
[…] Der letzte Satz von gestern von Ulrike:
Wo ist Roland?“, rief Scrabbie. Die Freunde blickten sich um, aber Roland war nirgends zu sehen.

Die Kälte begehrte Einlass in ihre Körper, zitternd und entmutigt schlotterden sie vor sich hin, ließen ihre Blicke durch diesen unwirtlichen Ort schweifen.
„Ey, schaut mal da“, krähte Monsta plötzlich und schoss auf eine Ecke der riesigen Fabrikhalle zu. Dort bewegte sich nämlich hinter einer rostigen Regalwand eine lila Zipfelmütze mit weißem Bommel hin und her.

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Das Wunder von Iserlohn

Nun gut, Iserlohn ist nicht Manhattan, zugegeben. Der gleichnamige Film ist ja auch ein Weihnachtsklassiker, an den kommen Monsta, Roland, Scrabbie und Mia nicht ganz heran, irgendwie.

Obwohl, …
Nun, wir erwarteten Post. Also, eigentlich erwartete Mia Post. Doch seitdem alle neuen Figuren bei ihr wohnten, war Post für sie immer Post für alle. Diese EINE Post kam aber nicht. Auch eine Rückfrage bei der tollen Buchhandlung Krumulus in Berlin, die ihr das Buch geschickt hatten, dass sie im November NICHT mitgenommen hatte, ergab nur eine Sendungsnummer und die Auskunft, dass die Post einem Nachbarn übergeben worden war.

„Der hat jetzt unsere Post!“, wütete Monsta durch die Wohnung, obwohl er gar nicht wusste, um welche Post und noch viel weniger, um welchen Nachbarn es sich handelte. Genau das wusste Mia ja auch nicht.

„Wir rufen jetzt bei dem geflügelten Boten an und fragen nach!“, sagte Scrabbie pragmatisch und gab die Nummer am Display ihres Smartphones ein. Roland hatte die Sendungsnummer ordentlich auf ein Blatt Papier geschrieben.

„Hallo, hier der geflügelte Bote. Was wünschen Sie?“ erklang eine glockenhelle Stimme vom anderen Ende der Leitung.

„Wir wollen unsere Post!“, rief Monsta ins Smartphone und dabei mehr in Scrabbies Ohr.  

„MONSTA!“, rief Scrabbie. „Reiß dich zusammen!“ Roland zog ihn vom Smartphone weg.

„Hallo!“

„Ja!“, sagte die glockenhelle Stimme am anderen Ende, „Ich würde Ihnen ja gerne Ihre Post zukommen lassen, aber ohne Sendungsnummer geht das nicht!“

„123456789112!“, las Scrabbie ab.

„Diese Sendung ist Ihrem Nachbarn übergeben worden!“

„Mmh!“, mischte sich jetzt Scrabbie ein, „Wer immer der Nachbar ist, hat sich noch nicht gemeldet bei mir. Gibt es da einen Namen?“

„Ja und eine Hausnummer!“, lachte die Mitarbeiterin des geflügelten Boten.

Monsta tanzte vor lauter Freude einen Nachbarhausnummerntanz um den Tisch und riss dabei die Deko vom Tisch.

„Monsta!“, rief Scrabbie und gab Mia den Telefonhörer weiter. Sie versuchte Monsta zu stoppen, doch der tanzte schon unterm Tisch weiter.„Dann muss ich wohl alleine zum Nachbarn!“, sagte Mia laut und legte auf.

Sofort reagierte Monsta und tanzte zielsicher zur Tür.

„DU räumst erst auf, dann kommst du v-i-e-l-l-e-i-c-h-t mit!“

Monsta stoppte sofort, ging zurück und machte so schnell Ordnung, dass Roland einen anerkennenden Pfiff von sich gab.

„Wow!“, sagte Scrabbie und Mia lachte.

„Fertig?“

„ja, ja, ja!“ rief Monsta, „Können wir jetzt, ich will Ihn erschrecken und verschrecken und wenn er noch einmal zwei Wochen unsere Post behält, dann …“

„Du gehst mit und sagst nix!“, lachte Mia und die beiden rannten um die Wette die Treppen herunter.

„Erster!“, rief Monsta an der Haustür.

Sie überquerten die schmale Straße und klingelten am Haus gegenüber.

Was dann passierte, hätte niemand so schön beschreiben können, wie es wirklich war. So viel sei gesagt.

„Nie wieder, niemals mehr wieder wird er eine Post von dir bei sich behalten!“, sang Monsta. Seit seinem Chorauftritt sang er so oft er konnte. Und er konnte oft.

Monsta trug die Post stolz das Treppenhaus hinauf in die Dachgeschosswohnung. Scrabbie und Roland durften es auspacken.

Jetzt gab es Kakao und der Abend war gerettet! Und das noch vor Weihnachten!

Das Wunder von Iserlohn!