Die Kraft
kehrt mit Worten
zurück – wenn ich schreibe, ist alles an seinem Platz …

Ich kenne nichts auf der Welt,
das eine solche Macht hat, wie das Wort.
Manchmal schreibe ich eines auf
und sehe es an,
bis es beginnt zu leuchten.


Emily Dickinson (1830-1886)
(Danke, Hedda, für dein Wortgeschenk!)

Ich beginne jeden Tag, vor dem Arbeitstag mit Morgenseiten, in denen ich all meine Gedanken an scheinbar so Wichtiges im Leben das erste Mal aufschreibe, um es dann dahinzustellen, wohin es gehört: aus dem Kopf und dem kommenden Tag heraus, hinein ins Regal „Gedankenmüll“ …
Weiterlesen

Wie erinnern wir uns?

Bild: Tanja Graumann

Eine kleine Notiz im IKZ von gestern. Heute, Sonntag, auf den Tag genau, ein Jahr ist es her, dass ein 30jähriger Mann aus Ghana im Seilersee verunglückte und ertrank, weil er, ohne Rücksicht auf sein Nicht-Schwimmen-Können einen Jungen retten wollte, der beim Tretbootfahren ins Wasser gefallen war.
Bis hierher. Heute. Sonntagnachmittag. 17:00 Uhr. Die Parkplätze am Seilersee sind rappelvoll. Weiterlesen

Erlösung durch Käsekuchen?

Kein Schreibcafé –    P A U S E N F Ü L L E R ‚Für einen guten Käsekuchen wird man geheiratet!‘, krächzte die Kröte. Sie streckte ihre muskulösen Froschschenkel durch und reckte sich, bis sie den Knopf an der Musikanlage erreichte. Weiterlesen

Such dir eine neues Aschenputtel, der dein Schuh passt – Ich bin raus!“

Ich habe gerade ein paar neue Schuhe gekauft, für einen besonderen Anlass, mehr wird noch nicht verraten. Diese Schuhe habe ich mir selbst ausgesucht. Ihre Farbe. Ihre Form und ihre Aufschrift. Und dann gibt es da diese anderen Schuhe. Schuhe, die uns dahingestellt werden und die wir gewohnt sind anzuziehen. Und damit meine ich nicht die, die wir morgens anziehen, wenn wir in unseren Tag gehen. Weiterlesen

„I have a dream …“

Am 28. August 1963, heute vor fast genau 54 Jahren, sprach Martin Luther King genau diese Worte. Er improvisierte am Ende seiner außerordentlichen Rede und sprach ohne Manuskript, aus vollem Herzen und aus Überzeugung von seiner Vorstellung von einem Land, das er sich für seine Kinder wünschte. Diese Worte „I have a dream …“ waren Teil einer beeindruckenden Rede, die bis heute immer wieder anerkennend zitiert und genannt wird. Damals und heute wieder, weil seine Idee nicht gestorben ist. Weiterlesen

Worte machen Leute

Foto: Spruch des Tages
Freitagabend in Iserlohn. Mia hatte sich gerade zum Wochenendbeginn ihren Lieblingsdöner mit einer obligatorischen Flasche Vitamalz geholt und war auf dem Rückweg zum Südengraben.
Ein älterer, grauhaariger, schlaksiger Typ mit einer noch verschlossenen Flasche Bier in der linken Hand kommt vom Alten Rathausplatz über die Straße und quatscht sie unvermittelt an:

Man sieht keine Deutschen mehr in der Stadt!“
Man sieht auch keine Vitamalz-Flaschen mehr in der Stadt!“, antwortet Mia und geht weiter.
Aber du hast doch eine in der Hand.“, sagt er.
Mia dreht sich herum: „Ja, ist wie mit den Deutschen in der Stadt!
Er winkt ab und trollt sich mit seiner Flasche Bier.